Geschichte von der Landeshauptstadt Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern
Die Geschichte Schwerins reicht weit zurück. Anhand von Ausgrabungsfunden, welche im Jahre 2009 auf dem Marienplatz gemacht wurden, ließen sich Besiedlungsspuren nachweisen, welche sich bis 1000 v. Chr. zurück datieren lassen. Freigelegt werden konnte auch ein Brunnen aus dem 1. Jahrhundert, welcher auf eine germanische Besiedlung schließen lässt. Die Obotriten, ein Stammesverband der Elbslawen, erbaute auf der heutigen Schlossinsel eine Burg, welche erstmals 1018 in den Geschichtsbüchern unter dem Namen “Zuarin”, was sich mit Ort der Tiere übersetzen lässt auftaucht.
Das genaue Datum der Stadtgründung bleibt in der Geschichte verborgen, da entsprechende Unterlagen fehlen. Belegt ist jedoch, dass Sachsenherzog Heinrich der Löwe 1160 nach seinem Sieg über die Obotriten die zerstörte Burg wieder aufbaute und eine Siedlung gründete, welche wenig später zur Stadt erhoben wurde. Es handelte sich hierbei um die zweite deutsche Stadtgründung östlich der Elbe. Somit gilt Schwerin nicht nur als älteste Stadt Mecklenburg Vorpommerns, sondern ist auch älter als die Hauptstadt Berlin, was viele Schweriner mit Stolz erfüllt.
Zum ersten Grafen Schwerins wurde Ritter Gunzelin von Hagen ernannt. 1167 wurde die Stadt Bischofsitz, da der Zisterziensermönch Berno seinen Amtsitz vom Weserbergland nach Mecklenburg verlegte. Mit der Domweihe im Jahre 1171 wurde die Stadt zum Mittelpunkt der Christianisierung in Mecklenburg. Entscheidend für die damalige Stadtentwicklung waren das Aufstauen des Aubaches durch den Spieltordamm im Jahre 1284, was den Betrieb von Wassermühlen ermöglichte, sowie die Errichtung der Stadtmauer, welche ab 1340 die hölzernen Planken als Befestigung ersetzte.
Herzog Albrecht III. machte Schwerin zum kulturellen und politischen Zentrum Mecklenburgs. Jedoch blieb die Stadt in ihrer Entwicklung hinter den günstiger gelegenen Ortschaften Wismar und Rostock zurück. Leere Kassen brachten Raub und Gesetzesstreitigkeiten mit sich, weiterhin forderte die Pest ihren Tribut. Herzog Magnus II. brachte im ausgehenden 15. Jahrhundert durch eine Verwaltungsreform den lang ersehnten Aufschwung in die Stadt. Mitte des 16. Jahrhunderts wüteten zahlreiche Brände im Stadtgebiet. Der 30jährige Krieg brachte Schwerin dagegen nur geringe Verluste.
Mehrere Jahrhunderte galt die Stadt als Residenz der Herzöge Mecklenburgs. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Großherzog Paul Friedrich zahlreiche Repräsentationsbauten errichten. Hofarchitekt Gustav Adolf Demmler zeichnet für vielfältige historische Bauten verantwortlich, welche noch heute das Stadtbild prägen. So errichtete er das Schauspielhaus und den Marstall. Auch verlieh er dem Schloss seine heutige Gestalt. Dabei ließ er sich von den französischen Renaissanceschlössern an der Loire inspirieren.
Im Jahre 1932 übernahm die NSDAP die Macht und machte die Stadt zwei Jahre später zur Hauptstadt des Gaus Mecklenburg. 1935 wurde Schwerin Sitz des gleichnamigen Landkreises. Im II. Weltkrieg stand die Stadt vier mal unter Beschuss. Beim schwersten Bombenangriff am 7.4.1945 verloren 217 Einwohner ihr Leben.
Zwischen 1952 bis 1989 war Schwerin Bezirkshauptstadt der DDR. Damals verfügte die Stadt etwa über 96 600 Einwohner. Es entstanden für die DDR typische Zweckbauten. Dazu zählen die Plattenbausiedlungen in Lakow und am Großen Dreesch. 1990 ist die Stadt Landeshauptstadt Mecklenburg Vorpommerns. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen der historischen Bausubstanz wurden in die Wege geleitet. Im Jahre 2002 wurde die Stadt als Gewinner des Projektes “Stadtumbau Ost” geehrt. Tausende Gäste begrüßte die Stadt zur Bundesgartenschau im Jahre 2009.